Mit dem „AI Act“ hat die Europäische Union einen Meilenstein gesetzt: Künstliche Intelligenz soll künftig nach einheitlichen, transparenten und sicheren Regeln eingesetzt werden. Das Gesetz betrifft nicht nur Unternehmen oder Forschungseinrichtungen – auch soziale Organisationen sind davon unmittelbar betroffen.

Warum ist die Verordnung wichtig?
Immer mehr soziale Träger setzen KI-gestützte Systeme ein, zum Beispiel für Fallmanagement, Ressourcenplanung oder die Vergabe von Sozialleistungen. Damit entstehen neue Chancen für effizientere Abläufe, gezieltere Hilfen und mehr Gerechtigkeit – aber auch Risiken, etwa durch Diskriminierung oder Intransparenz von Algorithmen.

Was fordert der AI Act konkret?
Die Verordnung teilt KI-Systeme in Risikostufen – von „minimal“ bis „unannehmbar“. Für soziale Einrichtungen gelten besonders hohe Anforderungen, wenn KI-Systeme zum Beispiel

  • über den Zugang zu Unterstützungsleistungen entscheiden,
  • Menschen nach bestimmten Kriterien einstufen oder
  • sensible personenbezogene Daten auswerten.

Solche Anwendungen müssen künftig strenge Transparenz-, Dokumentations- und Prüfpflichten erfüllen. Es reicht nicht mehr aus, einfach eine neue Software einzuführen: Jeder Einsatz von KI muss nachvollziehbar, fair und verantwortungsvoll gestaltet sein.

Chancen für die soziale Arbeit:
Die EU-KI-Verordnung macht Soziale Arbeit moderner und sicherer. Sie schützt sowohl Klient:innen als auch Mitarbeitende und sorgt für klare Regeln. Wer sich rechtzeitig damit beschäftigt, profitiert von mehr Vertrauen, einer höheren Förderfähigkeit und der Chance, innovative Ansätze gezielt einzusetzen.

Herausforderungen und Praxistipps:
Gerade kleinere Organisationen stehen vor der Aufgabe, ihre IT- und Datenschutz-Standards zu überarbeiten. Es kann sinnvoll sein, sich fachliche Beratung dazu zu holen und interne Fortbildungen anzubieten. Wichtig ist, KI-Projekte frühzeitig zu prüfen, Verantwortlichkeiten im Team klar zuzuweisen und den Dialog mit Klient:innen offen und transparent zu führen.

Fazit:
Die KI-Verordnung fordert mehr Aufwand, eröffnet aber auch große Chancen für verantwortungsvolle Innovation. Wer die neuen Anforderungen aktiv nutzt, kann die Soziale Arbeit auf ein neues Niveau heben – zum Nutzen aller Beteiligten.