Die klassische Fallarbeit ist das Herzstück der Sozialen Arbeit – sie lebt vom direkten Kontakt, von Vertrauen und individueller Betreuung. Doch mit der zunehmenden Digitalisierung und dem Einzug Künstlicher Intelligenz (KI) wandelt sich auch dieses Arbeitsfeld rasant.

Neue Chancen durch KI:
Intelligente Systeme können Sozialarbeiter:innen deutlich entlasten und Prozesse effizienter gestalten. Beispielsweise erfassen KI-Lösungen Gesprächsergebnisse automatisiert, erstellen strukturierte Fallakten oder analysieren große Datenmengen, um Muster und Risiken frühzeitig zu erkennen. Terminvereinbarung und erste Auskünfte können Chatbots rund um die Uhr übernehmen – so bleibt professionellen Fachkräften mehr Zeit für die persönliche Begleitung in komplexen Fällen.

Wo liegen die Grenzen?
KI kann nie Empathie, Beziehungsarbeit und menschliches Urteilsvermögen ersetzen. Die Fallarbeit im Sozialwesen stellt höchste Anforderungen an Datenschutz und Vertraulichkeit – sensible Daten müssen jederzeit geschützt bleiben. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich bei algorithmischen Prozessen unbemerkt Diskriminierung oder Fehleinschätzung einschleichen.

Praxisbeispiel:
In einer großen Beratungsstelle prüft aktuell ein interdisziplinäres Team den Einsatz von Spracherkennungssoftware zur Protokollierung von Beratungsgesprächen. Erste Ergebnisse zeigen: Fachkräfte sparen viel Zeit bei der Dokumentation, können sich besser auf die Ratsuchenden konzentrieren und profitieren gleichzeitig von automatischer Verschlagwortung für spätere Auswertungen.

Fazit:
KI erweitert die Möglichkeiten der Fallarbeit – richtig eingesetzt, schafft sie mehr Freiraum für das Wesentliche: Empathie, Kontakt und individuelle Unterstützung. Klare Regeln, ethische Leitlinien und beständige Fortbildung für den Umgang mit neuen Technologien bleiben jedoch unverzichtbar.